Alexander K. Schmidt, Erfinderprinzip und Erfinderpersönlichkeitsrecht im deutschen Patentrecht von 1877 bis 1936, Geistiges Eigentum und Wettbewerbsrecht 31, Mohr Siebeck, Tübingen, 2009, 300 Seiten.

Thomas Gergen


 

ABSTRACT: En esta obra se hace un recorrido histórico a través de la evolución legislativa de la Ley de la Propiedad Intelectual y Derecho de la Competencia alemana desde su gestación, en 1877, hasta llegar a la Geistiges Eigentum und Wettbewerbsrecht 31, de 1936, para lo que el autor se basa en una consulta de fuentes documentales exhaustiva. Se incide, pues, en la importancia de esta ley en el seno del nacionalsocialismo como vehículo para el fortalecimiento del poder económico y político de la Alemania de la época.

PALABRAS CLAVE: Ley de la Propiedad Intelectual, Nacionalsocialismo, Kees Gispen, Seckelmann Margrit, Frente Alemán del Trabajo, Adolf Hitler, Mein Kampf.

Das in Bayreuth beheimatete DFG-Graduiertenkolleg “Geistiges Eigentum und Gemeinfreiheit" hat bereits einige Dissertationen hervorgebracht, die in der Reihe „Geistiges Eigentum und Wettbewerbsrecht" nach und nach publiziert werden. Dazu gehört auch die vorliegende Arbeit, die vom Kaiserreich bis zum NS-Regime dem deutschen Patentrecht und seinem langen Übergang vom Anmelde- zum Erfinderprinzip nachspürt.

In seiner kurzen Einleitung skizziert Schmidt Fragestellung, Quellen und Forschungsstand. Neben gedrucktem Quellenmaterial, insbesondere den Fachzeitschriften „Gewerblicher Rechtsschutz und Urheberrecht" (von 1892 bis 1895 erschienen unter dem Titel „Zeitschrift für gewerblichen Rechtsschutz") und „Markenschutz und Wettbewerb" zieht der Autor nennenswerte archivalische Quellen heran, die das Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde verwahrt, so die Akten des Reichsjustizamtes, des Reichskanzleramtes und des Kaiserlichen Patentamtes wie des Reichsamtes des Innern. Für die Weimarer Zeit konsultiert er die Akten von Reichsjustizministerium und Reichspatentamt, für die NS-Zeit treten dazu die Akten der Reichskanzlei sowie der Akademie für Deutsches Recht. Nachvollziehbar ist, dass Schmidt NSDAP-Parteiakten nicht umfassend auswertet, ist doch ein Großteil nicht überliefert bzw. in sonstigen von ihm ausgewerteten Aktenbeständen enthalten.

Beim Forschungsstand bespricht der Autor die Arbeiten von Kees Gispen und Margrit Seckelmann. Es ist sicherlich richtig, dass Seckelmann in ihrer Dissertation „Industrialisierung, Internationalisierung und Patentrecht im Deutschen Reich. 1871-1914" lediglich bis zum Reformentwurf von 1913 handelt, doch schrieb sie im selben Jahr noch einen bedeutenden Aufsatz, den Schmidt zwar später, jedoch nicht schon beim Forschungsstand (S. 6-7) beim Namen nennt, nämlich: „Der 'Dienst am schöpferischen Ingenium der Nation'. Die Entwicklung des Patentrechts im Nationalsozialismus".

Aber nun Näheres zum Aufbau des Buches:

Die klassisch-chronologisch, in fünf Kapitel gegliederte Untersuchung Schmidts beleuchtet die Patentgesetze von 1877 und 1891, die Reformdiskussion bis zum Stettiner Kongress für Gewerblichen Rechtsschutz von 1909, sodann den Reformentwurf von 1913 und sein Scheitern 1914, ehe die Weimarer Reformvorhaben mit den Abgrenzungsproblemen von Patent- und Arbeitsrecht sowie schließlich die große Patentrechtsreform von 1936 nachfolgen. Dabei gelingt es dem Verfasser Erfinderschutz und NS-Ideologie anhand des Parteiprogramms, Hitlers “Mein Kampf" und dessen späteren Äußerungen als Reichskanzler sowie mit Hilfe der Verlautbarungen für Erfinderschutz in der Deutschen Arbeitsfront zu charakterisieren, um letztlich das Patentgesetz von 1936 der NS-Wirtschaftsgesetzgebung einzugliedern. Das Patentgesetz zählte nicht zu den ideologisch aufgeladenen, in Sonderheit antisemitischen Gesetzen, sondern darf als Norm verstanden werden, die bereits zu Weimarer Zeiten entwickelt, aber im Reformstau unerledigt geblieben war. Es beruhte auf inländischen Reformentwürfen und ausländischen Vorbildern. Trotz weltanschaulicher Neutralität konnten es die Nationalsozialisten für sich nutzen; die Erfinder wurden gefördert, weil sie die Wirtschaftskraft Deutschlands stärkten und so mittelbar halfen, die politischen Ziele Hitlers zu erreichen. Der Nationalsozialismus umwarb die Ingenieure, rühmte fortwährend die Erfinderleistungen des deutschen Volkes (S. 207) und gab ihnen mit dem Erfinderprinzip, das das Anmeldeprinzip des Patentgesetzes von 1877 ablöste, die Möglichkeit einer materiellen Belohnung.

Der Preis dieses ausgedehnten Erfinderschutzes war die Ausweitung der Eingriffsmöglichkeiten in die Rechte des Patentinhabers. Da es Ziel war, einen “nur eigennützigen" Gebrauch von Erfindungen zu verhindern, wurden die Mittel der Zwangslizenz und des Vorbenutzungsrechts der öffentlichen Hand erweitert. Dem Regime ging es dabei gewiss um das Benennen der Erfinder als Persönlichkeiten, die dank ihrer Rassezugehörigkeit führungs- und erfindungsstark waren; aus der Rasse mussten ideologiegeschuldet Genialität und Schöpfergeist fließen, die der Volksgemeinschaft wiederum in Form von Erfindungen zugute kommen mussten. Allein der Staat als Verfechter der Volksinteressen war daher befugt, die Erfindungen für öffentliche Zwecke zu verwerten. Dies hätte sicherlich auch durch Betriebserfindungen, die die Industrie als anerkannte Erfindungsart zu festigen hoffte, gelingen können, doch zeigte die patentrechtliche Diskussion seit der Jahrhundertwende bereits in Richtung Erfinderprinzip; insoweit war diese Veränderung nur eine Frage der Zeit und hat letzlich nichts mit NS-Ideologie zu tun. Letztere gab dem Erfinder zwar die “Ehre", das Recht zur Verwertung aber dem Staat, der wiederum den gesamtwirtschaftlichen Nutzen im Auge zu behalten hatte. All dies vermag Schmidt gut herauszuarbeiten und stets quellenbezogen zu belegen (S. 201-209, 224-225, 233, 246). [Recibido el 30 de octubre de 2010].


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